Inflation der letzten 10 Jahre in Österreich

Wenn von Inflation gesprochen wird, ist umgangssprachlich der Kaufkraftverlust gemeint. Der Begriff der Inflation geht mit dem Gegenspieler der Deflation einher. Sie beschreiben einen dynamischen Prozess und beeinflussen folglich den Wertgehalt (=Kaufkraft) des Geldes. Die Tragweite der Kaufkraftanalyse von Geld bekommt sehr oft nicht annähernd den Stellenwert den es im Finanzleben jedes einzelnen Menschen haben sollte. Denn nur, wer dieses Geldsystem zumindest im Ansatz verstanden hat, kann erkennen welche Entscheidungen das Finanzleben positiv beeinflussen können.

Mit Abstand einer der wichtigsten Spieler ist die Europäische Zentralbank. Die EZB hat als Mandat und somit EINZIGE Aufgabe die Preisstabilität in der EURO-Zone zu sichern. (Dass sie seit 2015 eine versteckte Staatsfinanzierung durch Anleihenkäufe (Quantitative Easing) vornimmt ist illegal. Diese Mandatsüberschreitung wurde bereits vom Deutschen Bundesverfassungsgericht kritisiert, aber effektiv passiert ist bis dato nichts. Die Aushöhlung des EURO geht in großen Schritten, durch den Ankauf von wertlosen Staatspapieren = Bilanzverlängerung gegen nichtwerthaltige Assets, voran.)

Zurück zur Kaufkraft: Die Kaufkraft des Geldes entspricht der Gütermenge, welche für eine Währungseinheit erworben werden kann.

Die Kaufkraftänderung wird in Prozent angegeben und ist die Änderung zwischen zwei Werten:

  • Inflation = Veränderung zum Vormonat/-jahr > 0 = Geld verliert seinen Wert
  • Deflation = Veränderung zum Vormonat/-jahr< 0 = Geld erhöht seinen Wert
  • Preisstabilität = Veränderung zum Vormonat/-jahr = 0 = Geldwert bleibt gleich

Geld speichert Ihre Arbeitsleistung in rechenbaren Einheiten. Diese Einheiten setzen Sie in Ihrem Alltag ein zur Bestreitung der allfälligen Zahlungen. Damit Sie für Ihre Zukunft vorsorgen können, müssen Sie weniger verbrauchen als Sie aktuell haben. Gleichzeitig müssen Sie auch Ihre Einnahmen pflegen. Das bedeutet so zu veranlagen, dass sie ZUMINDEST den nominalen Kaufkraftverlust abdecken können. Idealerweise ist es der reale Kaufkraftverlust. Denn Inflation lässt Ihre Kaufkraft schmelzen. Die Gretchenfrage die sich daraus ergibt ist: Welcher Wertespeicher ist der für mich passende?

Der Preis des Geldes wird durch den Zinssatz angegeben. Seit Mitte 2014 ist dieser Zinssatz des Geldes negativ, der Wert und somit die Kaufkraft von Ihrem Geld verliert kontinuierlich. Geldsparer werden abgestraft und ohne Ihres Wissens enteignet.

Aufgrund des billigen Geldes, gab es eine Vermögenspreisinflation. Seit 2000 ist der Preis für Wohnraum am österreichischen Markt um 140 % gestiegen, die Steigung ist ab 2005 aber expontentiell. Werden die Jahre mit flachem Anstieg ignoriert, ergibt das bis Q3/2020 einen korrigierten Zuwachs von 7,7 %  pro Jahr (statistik.at – Wohnimmobilienpreisindex).

Vor dieser Preisinflation konnte sich der klassische Mittelstand Wohnraum im Eigentum leisten. Nun scheinen trotz niedriger Zinsen, die Voraussetzungen für eine Kreditaufnahme nahezu unüberwindbar. Regularien wie Basel 3, schmale Spreads und automatisierte Ratingsyssteme lassen ein Finanzierungsansuchen zum Spießrouten-Lauf werden.

Fazit: Bildung in wirtschaftlichen Belangen hilft Ihnen bessere Entscheidungen in Ihrem persönlichen Geldleben zu treffen.

Veröffentlicht in Nice to know....